
Gemeinde Nauendorf mit den Ortsteilen Merbitz, Kleinmerbitz und Priester
Auf einer Hochfläche des Harzvorlandes im nördlichen Teil des Saalkreises befindet sich Nauendorf. Das Gemeindegebiet umfasst die Ortsteile Nauendorf, Priester, Merbitz, und Kleinmerbitz. In einer Urkunde aus dem Jahre 1207 wird Nauendorf als Niendorp erstmals erwähnt. Der Name "das neue Dorf" weist auf eine Neugründung hin. Hier haben sich die Bewohner der umliegenden, später wüst gewordenen Dörfer angesiedelt. Zu dieser Zeit gehörte Nauendorf, wie die meisten Dörfer des heutigen nördlichen Saalkreises, zur Grafschaft Wettin. Um 1550 hatte Nauendorf ca. 170 Einwohner.
Die wirtschaftliche Grundlage des Ortes bildete über Jahrhunderte der Ackerbau auf dem fruchtbaren Lehm-Löss-Boden. Den erheblichsten Aufschwung nahm Nauendorf um 1872 durch den Bau der Eisenbahnstrecke Halle-Halberstadt, Nauendorf-Geerlebogk. Heute sind nur noch wenige Einwohner in der Landwirtschaft beschäftigt. Neben Handwerksbetrieben haben sich verschiedene kleine Unternehmen in Nauendorf angesiedelt. Eine Arzt- und eine Zahnarztpraxis, eine Physiotherapie, ein Kindergarten, eine Grundschule und zwei Gaststätten befinden sich im Ort.
Die Gemeinde hat heute etwa 1800 Einwohner. Neben der guten Verkehrsanbindung (Bahn, B6, A14) ist dies ein Grund, weshalb Nauendorf im regionalen Entwicklungsprogramm als "Siedlungsschwerpunkt" ausgewiesen ist. 1997 wurde die Gemeinde Nauendorf in das Dorferneuerungsprogramm Sachsen-Anhalt aufgenommen, so dass jetzt die 3 Ortsteile in einem schönen Bild erscheinen. Ein Anbau an die Sporthalle mit Kegel- und Bowlingbahn, Squashhalle, Sauna, einem Gaststättenbereich und einem Jugendraum stellt eine Bereicherung der individuellen Freizeitgestaltung und Vereinsleben dar. Ruhe und Erholung findet man am Ziegelei- und Dorfteich. Beide wurden 1997/98 entschlammt, rekultiviert und bieten wieder einen schönen Anblick. Die Gemeinde kann auf ein reges Vereinsleben durch 17 Vereine verweisen. Die mitgliederstärksten Vereine sind der Sportverein, der Seniorenverein, die 2 Angelvereine, der Kleintierzuchtverein, die 3 Kleingartenvereine, die Freiwillige Feuerwehr und der Gesangverein.
Ortsteile Merbitz und Kleinmerbitz
Merbitz, 1264 Merwitz, war ebenfalls Kirchdorf und Filial von Krosigk. Das Dorf verdankt seine Entstehung einem Herrensitz, den Heinrich von Merwitz innehatte. Das nordwestlich gelegene Kleinmerbitz ist 1666 durch die Neubesiedlung des in der 2. Hälfte des 15. Jh. Wüst gewordenen Geest entstanden.
Ortsteil Priester
Priester war Kirchdorf und Filial von Krosigk und wird erstmals 1288 als Prezer urkundlich erwähnt. Der Ortsname ist wahrscheinlich slawischen Ursprungs. Die Deutung "Wildbahn im Walde" ist nicht gesichert. Priester war ein sehr kleines Dorf. Im 16. Jh. hatte es nicht mehr als 6 Häuser. Zwischen 1865 und 1912 kam es zu einer schnellen Erweiterung.