Ortschaft Nauendorf - Geschichte + Dorfchronik

Dorfchronik

Zeittafel und chronistische Auszüge

1207
Am 3. Juni erste urkundliche Erwähnung von Nauendorf (Niendorp). Zu dieser Zeit gehört es zur Grafschaft Wettin. Der Name weist auf eine Neugründung hin.
Graf Friedrich von Brehna überträgt seine Güter und das Patronat über die Kirche zu Niendorp dem Kloster Petersberg.

1208
Am 24. Dezember 1208 wird durch Markgraf Dietrich von Meißen, ein Enkel Konrads des Großen, die Ubertragung bestätigt.

1220
In der niedergeschriebenen Chronik des Petersberger Klosters wurde die Ubertragung der Güter und des Patronats des Grafen Friedrich von Brehna vermerkt.

1250
An der Götsche, die unweit von Kleinmerbitz entspringt, und nach 14,5 km Lauf in einem Neben- arm der Saale mündet, findet man 15 Orte und Ortsteile und eine ungewöhnliche Konzentration von Kirchen. So auch diese von Priester, die etwa um diese Zeit entstanden ist. Sie hat keinen Namen.

1260
Graf Dietrich zu Wettin hat seine eigene Kirche, Pfarrer und Schulmeister in Niendorp. Die Kirche heißt zu Sankt Wenceslai, hat eine kleine vierfüßige Orgel und vier Glocken, eine halbe Hufe Kirchenacker, so die Bauern frei bestellen müssen, und sie fischen im Teich.

1264
Merwitz, Kirchdorf und Filial von Niendorp, wurde urkundlich erstmals erwähnt. Das Dorf verdankt seiner Entstehung einem Herrensitz, den ein Ritter Heinrich von Merwitz innehatte.

1286
Ubertragung des Fronhofes an Konrad von Merwitz. Zeuge der Schenkung wird Hinricus von Merwitz (Heinrich von Merwitz), welche vom Grafen Otto von Brehna am 3. Dezember erteilt wird.

1288
Priester, Kirchdorf und Filial von Krosigk, wurde erstmalig erwähnt. Damals hieß es noch Prezer". Der Ortsname ist slawischen Ursprungs und konnte bisher noch nicht gedeutet werden. Vielleicht "Wildbahn im Walde" (pre und cera)
Veräußerte Graf Otto von Brehna die Grafschaft Wettin mit allem Zubehör an die Erzbischöfe von Magdeburg. Niendorp wurde zum Amt Giebichenstein geschlagen, daß die neuen Landesherren zur Verwaltung der umliegenden Ortschaften auf der gleichnamigen Burg bei Halle eingerichtet hatten. Am 14. November wird die Grafschaft Brehna für 800 Mark Silber an das Erzbistum Magdeburg verkauft. Die Herren von Merwitz werden dadurch Lehnsleute des Erzbischofs Theodorico zu Magdeburg.

1367
Erzbischof Dietrich von Magdeburg belehnte Heinrich von Merwitz mit dem Hof Merwitz.

1371
Priester wird dem Burgamt Wettin zugeordnet. Außer der Kirche waren sieben Feuerstellen, nebst einer Schenke und einem Freigute vorhanden.

1382
Friedrich, Gerard und Johannes von Merwitz erhalten die Güter Schwerz und Großkugel zu Lehen.

1400
Heinrich von Merwitz erhält noch die Güter Sylbitz, Priester, Nygendorff, Goest und Neutz. Heinrich von Merwitz besaß in Priester ein Gut, vier Höfe und die Gerichtsbarkeit in Dorf und Flur.

1420
Nygendorff brannte fast völlig ab.

1446
Priester wurde als Erzstiftisches Lehn an die von Trotha vergeben.

1468
Stephan von Schlegel erhält den Hof in Merwitz. Er besaß schon vorher Zinsen in Göst. Seine Söhne gaben das Lehn Busso Thause weiter.

1471
Die große Glocke von der Kirche in Priester wurde gegossen. Die Kirche von Priester lag oberhalb allein in der Feldflur. Ihr romanischer Turm geht vermutlich auf die Wüstung Tuchlau zurück und ist älter als die Ersterwähnung von 1288.

14. Jh.
Stiftsvasallen aus Wettin, Giebichenstein und Krosigk hatten Besitz in Merwitz.

14.-15. Jh.
Hallesche Bürger, Giebichensteiner, Alslebener, Wettiner und Rothenburger Stiftsvasallen hatten umfängliche Besitzungen in Nygendorff.

15. Jh.
Die Herren von Merwitz sterben aus, so daß das erzbischöfliche Lehn Merwitz an die von Schlegel vergeben wurde.

1508
Die Söhne Busso Thauses geben die Ländereien an die Familie von Krosigk.

1528
Erster lutherischer Prediger George Bonel in Nuwendorff tätig.

1546
Nauendorff im schmalkaldischen Kriege geplündert.

1546-1547
Die Kriegsereignisse vom Dreißigjährigen Krieg sind in Nauendorff nicht spurlos vorübergegangen. Plünderungen, Ernteverluste und Krankheiten wirkten sich verheerend aus.

1550
Priester war ein sehr kleines Dorf. Es hatte nicht mehr als sechs Häuser. Nauendorff hat 170 Einwohner.

1561
Die älteste Glocke der Kapelle von Krosigk stammt aus diesem Jahr.

1594
Kauf des Gutes Merwitz durch Volrath von Krosigk.

1594-1945
Das Rittergut war, mit einer kurzen Unterbrechung im 18. Jh., Familienbesitz derer von Krosigk, die alle staatlich-hoheitlichen Befugnisse in bezug auf Merwitz ausübten.

1600
Priester hatte guten Ackerbau, sechs Feuerstellen und 30 Einwohner.

1603
Die kleinere Glocke der Kirche von Priester wird gegossen.

1612
Der Pfarrer Correns treibt den Kirchenzehnten mit Gewalt ein.

1624
Neun Räuber überfallen zwischen Nauendorff und Neutz einen Wagen der Fürstlichen Witwen zu Wolfenbüttel.

1625
Am 24. Oktober Einfall der Wallensteiner in den Saalkreis. Der Hüttenmeister von Dornitz er- schlägt am 25. Oktober in der Galgenschenke (heute Sperlingshof) drei Wallensteiner.
Beginn der Selbsthilfe der Bauern gegen das Wallenstein´sche Gesindel. Nauendorf teilte das Schicksal vieler Saalkreisdörfer, die von den Landsknechten Wallensteins geplündert und gebrandschatz wurden.
Die Kroaten hausten in Nauendorf. Vom 3. bis 6. November Durchzug von 3000 kroatischen Reitern, 2000 Soldaten zu Fuß und 100 weitere Reitern. Höhepunkt der Greueltaten.

1626
Uberfall einer Räuberbande am 13. Januar auf einen Messewagen etwa in Höhe des Gasthofes Zum weißen Roß". Die Räuber wurden gefaßt und in Giebichenstein (im März des gleichen Jahres) mit dem Schwert hingerichtet.
Am 3. Juli wollten Lorenz Zorn und Joachim der Schmelzer Kohlen holen. Dabei wurden ihnen zwei Pferde ausgespannt.

1644
Nachdem die Schweden unter Königsmark ohne Verwüstungen durch Merwitz gezogen waren, brandschatzten die kaiserlichen Truppen Gallas. Merwitz wurde im Oktober zerstört.

1650
Nauendorf hat 24 Hauswirte und Merwitz 16.

1700
Der "Sperling" oder auch "Galgenschenke" ist nachweislich im Besitz der Familie Wernitz. Nauendorf unter preußischer Hoheit.

1700-1721
entstand das heutige Gutshaus (Barockhaus) für Anton Ludolf von Krosigk und Frau Sophie, geborene von Lethmaten. Ablösung der alten Lehensverhältnisse durch königlich-preußische Verordnung. Das Gut wird "Eigentum" der Herren von Krosigk.

1738
In Nauendorf am Bauernplatz wird eine Linde gepflanzt.

1745
schlichtet Friedrich II. in Nauendorf einen Streit zwischen dem Pfarrer Johann-Georg Krüger und einer Gruppe von Freidenkern. An deren Spitze stand Caspar Hoppe.

1750
Priester gehört zum Burgamt Wettin. Neben sieben Feuerstellen besaß es ein Freigut, eine Schenke und 35 Einwohner. Die Kirche, deren Turm der noch von den Tuchlau (ehemaliges Dorf bei Priester) übriggeblieben ist, war in dieser Zeit ein Fiual von Krosigk. Nauendorf besaß zwei Schenken, eine Schmiede und eine Windmühle. Die Familie von Krosigk besitzen weiterhin die Ländereien in Merwitz. Außer dem Rittergut gehören zu dem Dorf:
11 Drescherhäuser, zwei Schenken, eine Schäferei, ein Schützenhaus und eine Schulmeisterwohnung, 24 Feuerstätten, 720 Morgen Acker und 5 Morgen Wiesen, nebst 13 Pferden, 8 Fohlen, 40 Stück Rindvieh, 45 Schweine, 470 Schafe und 120 Lämmer.
Auf der ehemals wüsten Dorfstätte Geest (Kleinmerbitz) auch Geistanger genannt, stehen die Hütten von sieben Häuslern, die sich von Handarbeit ernähren. Der Oberste von Krosigk hat auf Rittersgutacker dicht an der Halberstädter Landstraße (heute B6), einen Gasthof "Zum Goldenen Sattel" erbaut. Zirka 1 000 Schritte von diesem Ort erbaute Otto Christoph aus dem Winkel zu Wettin auf seinem Acker gleichfalls einen Gasthof "Zum weißen Roßen". Durch Prozesse soll verhindert werden, daß beide Gasthöfe bleiben können.

1756
Die Kriegsereignisse des schlesischen oder auch Siebenjährigen Krieges sind an Nauendorf nicht spurlos vorbeigegangen. 1778 Uberlieferung von Feuersbrünsten in Nauendorf.

1784
Die "Galgenschenke" wird als "Sperlingskrug" bezeichnet. Auf dem ehemaligen Ausspann-Gasthof an der Lüneburger Handelsstraße (früher wichtigster Verkehrsweg Leipzig nach Lüneburg) stand ausgehend der Gerichtsbarkeit ein Krosigk scher Galgen, woher der frühere Name resultiert. Namengebend war hierbei vermutlich die besitzende Familie der Schenke.

1785
Nauendorf: 272 Einwohner
Priester: 53 Einwohner, 4 Bauern, 2 Kossäten,
1 Häusler, 4 Einlieger
Merbitz: 134 Einwohner 1795 Auf dem Geest-Hügel wurde begonnen Porphyr für die Pflasterung der Magdeburger Chaussee (heute B6) zu brechen.

1796
Nauendorf: 234 Einwohner, 2 Krüge, 1 Windmühle, 1 Teich, 43 Feuerstätten, worunter 8 Bewohner, 6 Halbspänner, 3 große und 7 kleine Roß, 15 Häusler, 7 Einsiedler, 1 Müller, 1 Schmied, 2 Schuster, 1 Zimmermann waren. In deren Besitz waren 30 Pferde, 3 Fohlen, 117 Stück Rindvieh, 60 Schweine, 395 Schafe, 105 Lämmer, 1 380 Morgen Acker, 20 Morgen Wiesen, 201/2 Morgen Gärten, 5 Morgen Holzung, 21&Mac218;4 Morgen Anger, welcher zum Teil mit Weiden, Pflaumen und Maulbeerbäumen bepflanzt ist.
1797-1817 erhielt das Gut Merbitz Wilhelm von Brösigke, der Schwiegersohn San Gebhard von Krosigk.

1806
Durch Nauendorf kommen Franzosen, sie plündern und rauben. Hieronymus Napoleon zieht die Jugend des Ortes zum Krieg ein.

1807-1813
Während der napoleonischen Fremdherrschaft gehörte Nauendorf zum Königreich Westfalen, Departement Saale, District Halle, Kanton Wettin. Zwischenzeitlich gehörten die Ortschaften auch wiederum zum Departement Löbejün (Stadtrichte M. Dietenici).

1809
In Nauendorf wurde eine weitere Windmühle errichtet.

1813, 1829
Erneut wurden nach 1819 Großbrände in Nauendorf gemeldet.

1845
Unbekannte Krankheit befällt in der Nauendorfer Umgebung die Kartoffeln. Sie verfaulen auf dem Feld.

1848
Die Familie von Krosigk erbaut eine der ersten Zuckerfabriken im Saalkreis (urkundlich erwähnt als "Älteste Zuckerfabnik").

1852
Priester hat 82 Einwohner

1861
Grundlegender Umbau der Kirche in Priester.

1865
Nauendorf: 336 Einwohner
Priester: 119 Einwohner, 891 Morgen, davon 825 Morgen Acker, 12 Morgen Garten und 11 Morgen Wiesen Merbitz: 159 Einwohner, Flurgröße 56 ha Acker, 0,5 ha Garten, Reinertrag 1 254 Taler, darunter 100 Taler Grundsteuer und 20 Taler Gebäudesteuer.

1870
Der Gasthof "Sperling" wurde geschlossen. Die Lüneburger Handelsstraße verlor ihre Bedeutung durch Nutzung der Halberstädter Landstraße.

1871
Pflanzung der Stieleiche auf dem heutigen Dr.Wilhelm-Külz-Platz am 23. April aus Anlaß auf den Friedensschluß mit Frankreich. Unter dieser Eiche (heute Wappenbestandteil) liegt noch ein großer Stein - der "Bauernstein". Der Stein, ein unbehauener Porphyrblock, hatte früher die Aufgabe, den Gerichts- und Versammlungsplatz der Dorfgemeinde zu markieren. An diesem Ort werden der Gemeinschaft betreffende Angelegenheiten besprochen. Versäumte jemand ohne triftigen Grund die Versammlung, mußte er in der Regel an die Gemeinde eine Buße in Geld oder Bier zahlen.

1872
Erste urkundlich erwähnte Fahrt der Eisenbahn zwischen Halle und Cönnern. Damit weitere Erwerbstätigkeiten im Ort und Arbeitsplätze in der nahen Industriestadt Halle. Der Bahnhof wurde mit Inbetriebnahme der Strecke Halle-Halberstadt erbaut. Er liegt zwischen den Ortschaften Merbitz und Nauendorf. Bau der Ziegelei in Neuendorf am Ziegelei-Teich.

1880
Ziegelei geht in Betrieb.

1896
Gründung eines Turnvereines in Nauendorf.

1900
Eröffnung der Kleinbahnlinie Nauendorf-Gerlebogk.

1902
Gründung des ersten Arbeiter-Sportvereins. Zusammenkünfte fanden in der Gaststätte Linde"" (heute "Zur Quelle") statt. Diese gehörte dem Wirt Lüdicke.

1904-1905
Die Zuckerfabrik verarbeitet 142000 dt Zukkerrüben in der Kampagne.

1905-1906
Die Zuckerfabnik verarbeitet 241 000 dt Zuckerrüben in der Kampagne.

1905
Merbitz hat 417 und Priester 200 Einwohner.

1906
Die Kirchengemeinde beschließt eine neue Innenausstattung der Kirche "St. Wenzel" in Nauendorf. Bau des ehemaligen Postgebäudes.

1911
Ziegelproduktion in der Nauendorfer Ziegelei wird beibehalten.

1912
Priester hat 253 Einwohner. Reichstagswahl: 16 Konservative, 2 Liberale, 25 SPD.

1913
Nauendorf 696 Einwohner.

1914
Radfahrclub im Arbeiter-Sportverein gewinnt Meisterschaft als beste Kunstfahriege im Kreis.

1914-1918
Erster Weltkrieg brachte vielen Einwohnern von Nauendorf, Merbitz und Priester den sinnlosen Tod an der kaiserlichen Front. Die Gefallenen: Nauendorf 31, Merbitz 13, Priester 6.

1918-1925
In dieser Zeit gab es eine rege Arbeiterbewegung in Nauendorf.

1918
Die kommunistische Parteigruppe entstand aus dem Radfahrerbund "Freiheit". Vorstand: Otto Moosdorf und Fritz Bettzüge (sen.). Der Verein zeigte im Volkspark Halle Kunstfahren, Reigen ohne Vorderrad (Todesring). Eine Theatergruppe des Sportvereins führte unter Anleitung von Lehrer Wartenberg Laienspiele auf. Im Nauendorfer Saal konnten damals bis zu 600 Personen unterkommen. Die Zuckerfabrik von Nauendorf geht in den Besitz der Familie Bieler über.

1919
Gründung des Geselligkeitsvereins "Frohsinn". Die Veranstaltungen finden in der "Linde" statt. Tradition war die jährliche "Zigeunerfahrt" im Sommer, bei der Arbeiter und bürgerliche Jugend zusammen kamen. Es spielte die Arbeiterkapelle zum Tanz auf.

1920
Kapp-Putsch.
Am 20. März 1920 sollte die Nauendorfer Bürger- wehr gegen den Streik mobilisiert werden. Eine telefonische Verständigung mit Wettin wurde vereitelt, das Telefonkabel wurde zerschnitten, die Bürgerwehr wurde entwaffnet.
Es fand eine Bodenreform (Aufsiedlung) in Nauendoif statt. Der Bürgermeister Gramm teilte 10 ha Land von der Familie Bielers Erben an Nauendorfer und landarme Bauern auf. Weitere 20 rha wurden unter 40 Einwohnern verteilt.

1921/22
Nachdem die vom Gutspächter Bieler betriebene Zuckerfabnik geschlossen worden war (letzte Kampagne 1921), wurde das Gebäude und die Baulichkeiten von einem Unternehmer namens Stiegler angekauft.

1923
Nach Umbau begann die Produktion von Jaucheund Wassersprengwagen für die Landwirtschaft. Stiegler war ein raffinierter Geschäftsmann. Für seinen dreijährigen Sohn richtete er ein Zweigwerk in Regensburg ein. Die besten Maschinen und Einrichtungen wurden dorthin gebracht.

1924
Gründung einer "Spar- und Darlehenskasse" in Nauendorf durch Rendanten Scanlett mit einer Reihe bemittelter Bauern. Bis 1924 wurde das Gut Merbitz meistens verpachtet. Den erste Pächter war Familie Bieler. Das Gut blieb in Eigentum der Krosigks.

1925
Nauendorf: 705 Einwohner
Merbitz: 418 Einwohner
Priester: 261 Einwohner
Gründung des "Bürgerlichen Turnvereins".

1927
Gründung des "Arbeiter-Kegelclubs".

1927-1928
Zum Jahreswechsel machte das hiesige Stieglerwerk Pleite. Die Sparkasse war Käufer. Stiegler selbst trat als Geschäftsführer in das Regensburger Werk ein.

1933
Sprengung der alten Zuckerfabrik. Die Arbeitersportvereine von Nauendorf wurden durch die Nazis aufgelöst.

1934
Der letzte Baron des Gutes Merbitz ist verstorben. Bis 1934 ist Allendorf Pächter des Gutes.

1935
Gründung eines Chor- und Gesangvereins mit Lehrer Wujanz. Es war ein gemischter Chor und trat mit der Kapelle Leibrich als Begleitung auf. Dorfteichreinigung unter Verkleineriing des Teiches durch Betonbefestigung.

1936
Bis 30. April kommen die Postsachen mit den Bahn.

1939-1945
Zweiter Weltkrieg brachte vielen Einwohnern von Nauendorf, Merbitz und Priester den sinnlosen Tod an der faschistischen Front.

1939 August:
Gefallene: Nauendorf 26, Merbitz 8, Priester 8.
Erste Eröffnung eines Kindergartens für 35 Kinder für Landarbeiter im Gut Nauendorf (Grunerts Wohnung).
November:
Am 24. übernimmt der Kleingartenverein Nauendorf eine Pachtfläche für 40 Gärten an der heutigen Gartenstraße.

1942
Eröffnung Kindergarten im Gut Merbitz für 25-30 Kinder, 1945 werden die Kindergärten aufgelöst.

1944-1945
Trotz mehrmaliger Beschießung von Nauendorf trug die Bausubstanz keine größeren Schäden davon, ausgenommen das Posthaus 1945.

1945
In der Zivilbevölkerung trugen Mitte März Frau Hedwig Schachler geb. Moosdorf und am 13. April der ehemalige Bürgermeister Otto Metze tödliche Verwundungen durch Querschläger davon.
Kriegsende am 14. April 1945 für die drei Götschedörfer Nauendorf, Merbitz und Priester. Die amerikanischen Besatzungsgruppen wurden durch sowj etische Kräfte abgelöst. Bis zum Abzug der Amerikaner war Ernst Schulze Bürgermeister von Nauendorf, danach Friedrich Bieler.
Im Herbst wurde die demokratische Bodenreform durchgeführt. Verteilt wurden die Güter Brandt und Nagel an Landarbeiter, landarme Bauern, Umsiedler und Kleinsiedler. Am 6. Oktober wird der Junker von Krosigk enteignet. Aus dem größten Teil des krosigk schen Besitzes wurde ein VEG/Lehr- und Versuchsgut der Universität Halle-Wittenberg gebildet.
Die Wirtschaft des Gutsbesitzers Hochheim (163 ha) wurde an 24 Landarbeiter, 4 landarme Bauern sowie an 4 Umsiedler aufgeteilt.
Die Windmühle von Kretschmar auf dem Mühlen- plan war noch in Betrieb.
Zum Jahresende Gründung einer LDPD-Ortsgruppe. Vorsitzender Bäckermeister Henze.

1946
Auf dem ehemaligen Besitz der Familie von Krosigk wurde die 1901 gegründete Lehr- und Versuchsanstalt Halle-Kröllwitz verlagert.
Am 1. Februar Gründung der CDU-Ortsgruppe mit 28 Mitgliedern in allen drei Ortsteilen, Vorsitzender Heinrich Gutsch.
Einrichtung Konsum in der Hauptstraße 13, ehemals Gasthaus Lüdicke. In Nauendorf befanden sich außerdem ein HO-Lebensmittelgeschäft, ein HO-Industriewaren- und Textilgeschäft, Privatgeschäft Wernicke, Fleischer Pollandt, Schuster Kampe, Konsum-Fleischerei Teichmann, Bäcker Bachmann und Bäcker Henze. In Priester befand sich ein Konsum, welcher 1990 geschlossen wurde.

1948
Versuche, die Windmühle Kretschmar in Gang zu bringen. Dabei stürzte der Wind die Mühle um.
Im Sommer wird die DBD-Ortsgruppe gegründet. Vorsitzender Richard Schmeißer.

1949
Umwandlung der "Spar- und Darlehenskasse" in die Bäuerlicher Handelsgenossenschaft Nauendorf" (BHG), welche an die VdgB angeschlossen ist. Leiter war Richard Schmeißer. Nach ihm wurde noch einmal Herr Dette, der erste Leiter 1960, Vorsitzender. Sein Nachfolger wurde Herr Jungmann.
Gründung der SED-Ortsgruppe (Wohnparteiorganisation). Vorsitzender war bis 1970 Franz Martini. Später Bildung der Ortsparteigruppe (OPO). Vorsitzender war Hans-Jürgen Wartenberg.

1951-1952
Vereinigung der selbständigen Dörfer Nauendorf, Merbitz und Priester zur Gemeinde Nauendorf. 1952 Gründung der Ortsgruppe "Deutscher Kulturbund" am 1. Mai. Den Vorsitz hatte Frau Wartenberg.
Erste Mähdrescher-Einsätze auf den Feldern.
Im Dezember wurde die LPG (Landwirtschaftliche Produktions Genossenschaft) Friedenshort", Typ III, in Priester gegründet.

1953
Gründung der LPG Hammer und Pflug", Typ 1, in Nauendorf

1954
In der Ziegelei in Nauendorf wurde die Produktion eingestellt. Sprengung der Brennerei.

1955
Aufbau einer Grundschule an der Hauptstraße in Nauendorf (Konsumschule).

1955-1965
Meisterausbildungen am Landesinstitut für Kleintierzucht Merbitz. In dieser Zeit machten 565 Absolventen ihren Abschluß zum Geflügelzuchtmeister.

1956
In der BHG Nauendorf wird ein Düngerschuppen errichtet.
Am 14. September kam die 1. LandwirtschaftsDelegation aus der UdSSR in die LPG Friedenshort" Priester.

1958
Vereinigung der LPG en Nauendorf und Priester

1959
Am 11. Juni wurde ein "Skelett mit Scherben" in Priester entdeckt. Die Scherben gehören der späten Bronzezeit - frühen Eisenzeit an. Funde und Nachweise sind heute im Landesmuseum für Vorgeschichte in Halle zu finden.

1959-1962
Schulneubau in Nauendorf. Heute Grundschule, Hortbetreuung und Zirkelräume.

1960
Ungarische und polnische Delegationen besuchen ab 24. Juli die LPG Friedenshort" in Priester.

1961
Erster Kindergarten in Merbitz eröffnet, Leiterin Frau Ilse Metze, 24 Kinder in zwei gemischten Gruppen. Die Chorleitenin Frau Wipplinger mußte wegen Uberarbeitung den Chor verlassen. Der Chor der LPG zerfiel nach vier Jahren.
Im Oktober besuchten die sowjetischen Kosmonauten Beljajew und Leonew den Kindergarten in Nauendorf.
Entschlammung des Dorfteiches in Nauendorf für 10928,27 Mark und Hilfe der Landwirtschaft .
Gründung der Schalmeienkapelle am 08.05.1965 1966 Es wurde eine Initiative zur Gestaltung des Dr.-Wilhelm-Külz-Platzes in Nauendorf über der Traditionseiche gegründet Herr Bugdol übernahm die Leitung der BHG Nauendorf

1966-1967
Bau der Konsum-Verkaufsstelle in Merbitz in Feierabendtätigkeit unter der Leitung von Gottfried Rothe und Hans Dreßler.

1967
Ausgrabungen hinter dem Gut Merbitz. Beim Bau des neuen Silos wurden fünf historische Gräben entdeckt.

1968
Gründung des Gemeinnützigen Angel- und Sportfischervereines Nauendorf am 5. Februar. Der verbliebene Hügel der Mühle in Nauendorf wird eingeebnet.
Eine Delegation aus Syrien besuchte den Kindergarten Merbitz.

1969
Ausbau des Lehmloches in Nauendorf für Ortsfestspiele und Freiluftveranstaltungen.
Der Klubrat waren die Herren Werner, Ostherren, Gutsch, Gödicke, Bartikowski und Otto.

1970
Gründung der DFD-Ortsgruppe mit Vorsitzender Frau Margarete Carls.

1970-1971
Bau des Kindergartens in Nauendorf, Bahnhofstraße 1, mit 60 Plätzen. Herr Böhme übernahm die Bauleitung.

1972
Am 1. Januar Gründung des Agrochemischenzentrum (ACZ).
Die Gemeinde Nauendorf baut zwei Wohnblöcke mit je 24 Wohneinheiten in der Löbejüner Straße.

1973
Am 1. Oktober Eröffnung des Betriebskindergarten" des Institut für Geflügelwirtschaft in Merbitz im Internat. 54 bis 60 Kinder konnten betreut werden.

1974
Abtragung des zweiten Schornsteines der Ziegelei.
Anni Jäckel tritt ihr Amt als Bürgermeisterin an.

1975
Am 12. Dezember Neugründung eines Chores. Zunächst als Betriebschor des Institutes für Geflügelwirtschaft gegründet, wurde er danach "Gesangverein Nauendorf e. V.". Die Leitung übernahm Reinhard Langer, heute der künstlerische Leiter. Vorsitzender vom 23. Mai 1991 bis 1996 Peter Schiewe, danach hat Eckhard Franke den Vorsitz.
1976-1984
Errichtung von sieben Eigenheimen an der Bahnhofstraße.

1976-1977
Schulneubau mit sieben Klassenräumen in Nauendorf. Sie ist heute die Grundschule von Nauendorf. Früher Polytechnische Oberschule, dann Oberschule Rudolf-Breitscheid". Seit 1990 Sekundarschule und mit deren Auflösung in Nauendorf ab 1996 Grundschule.

1978
Drei Mehrfamilienhäuser mit je fünf Wohneinheiten wurden auf dem Gelände des Institutes errichtet, 1983 kommt ein Reihenhaus mit entsteht ein zweiter Sportplatz.

1982
LPG "Friedenshort" Nauendorf feiert ihren 30. Jahrestag.
Durch die LPG Nauendorf entsteht ein Wohnblock mit 24 Wohnungen "Am Sportplatz".

1983
Gründung der Gartensparte Merbitz. Heute Kleingartenverein "Kleinmerbitz e. V.", derzeitiger Vorsitzender Herr Kegel.

1985
Einrichtung eines Verkaufsladens der BHG Nauendorf.

1985-1986
Das Institut errichtet eine Kinderkombination, bestehend aus 60 Kindergartenplätzen und 43 Krippenplätzen. Gleichzeitig wird das alte Fach- schulgebäude für Lehrlingsausbildung und Internat wieder hergerichtet.

1986
Am 26. März wird eine von Gemeinde und Betrieben errichtete Landkauflialle im Zusammenwirken mit der Konsumgenossenschaft in Nauendorf an der Hauptstraße eröffnet.
Franz Metz beginnt mit dem Ausbau und der Vergrößerung der Amtsräume im Postgebäude. Es werden zwei Telefonzellen aufgestellt.
Ein weiterer Wohnblock mit 24 Wohneinheiten, in der Straße" Am Sportplatz", entsteht durch das Institut für Geflügelwirtschaft Merbitz.

1987
Durch Brandstiftung am 31. Oktober wird die größte Scheune im Volkseigenen Gut in Merbitz zerstört. Der Täter wurde überführt und verurteilt. Der Schul-Turnhallen-Neubau wird seiner Bestimmung übergeben.

1988
Heranführung der Trinkwasserleitung von Plötz nach Merbitz für die Wasserversorung aller Ortsteile der Gemeinde Nauendorf. Dadurch wird Nauendorf an das zentrale Trinkwassemetz angeschlossen.

1989
Nach Offnung der Landesgrenze zur Bundesrepublik Deutschland Veränderung der politischen Verhältnisse in Nauendorf. Der Runde Tisch" übernimmt unter Leitung von Frau Barbara Türke Entscheidungsvorlagen auf Gemeindeebene.

1990
Die Ortsgruppe der SPD konstituierte sich am 29. März.
Umwandlung der BHG Nauendorf in die Raiffeisen Warengenossenschaft Nauendorf. Trennung in Raiffeisenbank und Raiffeisen Warengenossenschaft. Der Geschäftsführer ist Herr Niegel.
Flächenmaß der Gemeinde: 1152 ha.
Kommunalwahl am 16. Mai. - Bürgermeister wird Hans-Dieter Wallstein. Er tritt sein Amt am 1. Juni an.
Schließung des Konsums in Merbitz.
Es beginnen umfangreiche Baumaßnahmen der Gemeinde: Straßenbeleuchtung in der Wallwitzer Straße, in der Domnitzer Straße und in der Löbejüner Straße; Rad- und Gehwege in den gleichen Straßen.

1991
Bevölkerung in der Gemeinde: 1 637 Einwohner, 5 Eheschließungen, 9 Geburten und 19 Sterbefälle.
Gewerbeanmeldungen: Küchenstudio Moosdorf, Gaumenschmaus, Gerüstbau Siegfnied Gold, Blumeneck Patz, Transportunternehmen Axel Boll, Metall-Zentralheizungs- und Lüftungsbau Friedrich Nowak.
Am 9. März Wiedereröffnung einer Kaufeinriehtung im Saal Hauptstraße 13 durch Herrn Drewenstedt.
Schließung der Schwesternstation im Sommerweg 8. Die nunmehr privatisierten Arztpraxen Zahnarzt Frau Riedel und Allgemeinmedizin Dipl. Med. Frau Just ziehen in das Gemeindehaus Dr.-Wilhelm-Külz-Platz 4.
Am 5. Juli Gründung des Kleintierzuchtvereines
Nauendorf G44. Vorsitzender Herr Hans-Dieter Wallstein. 1992 Einwohnerzahl: 1 611, 1 Eheschließung, 9 Geburten, 18 Sterbefälle.
Gewerbeanmeldungen: GHC Gerling Holz und Co., Reiß, Noth, Günzel Landwirtschaft und Obstbau GbR (Erik Reiß); bäuerlicher Familienbetrieb Reiß, Noth, Günzel Landwirtschaft und Obstbau GbR (Edwin Reiß); Urproduktion Landwirtschaft, Olaf Noth Produktion landwirtschaftlicher Produkte, Mosecker Haustechnik GmbH, Horst Kaiser Heizungs- Lüftungs- und Sanitärbau, Gerüstbau Hans und Heinz Konrad, Maurerhandwerksbetrieb Manfred Franke. 16. Mai Unterzeichnung der Urkunde einer Partnerschaft zwischen der Gemeinde Nauendorf und Marxzell in Baden-Württemberg.
6. bis 8. Juni Sport- und Sommerfest in Nauendorf. Veranstalter Gemeinde Nauendorf und zwei Vereine, der FSV Nauendorf 1896 e. V." und Verein Festwiese" Merbitz e. V.. Der Sportverein Nauendorf entwickelte hieraus das gegenwärtig traditionelle größte Fest in der Gemeinde.
Der Verein Festwiese" Merbitz e. V. entwickelte jährlich wiederkehrende Volksfeste wie Männer- und Kindertag und das Erntefest.
Der Kleintierzuchtverein Nauendorf G44 veranstaltet ab 1992 jährlich Ausstellungen und Hahnenwettkrähen.

1993
Einwohner: 1 660, 8 Eheschließungen, 5 Geburten, 16 Sterbefälle.
Gewerbeanmeldungen: Gut Merbitz GbR, Frank Tornau Maurer, Beton- und Stahlbetonbau, Fliesen, Platten- und Mosaikleger, Bernd Kretschmann Elektroinstallation, Kaufhalle Marre - Waren der EDEKA-Kette.
Beitritt der Gemeinde zum Abwasserzweckverband "Götschetal".
25. April, Wahlen des Gemeindekirchenrates der evangelischen Kirche "St. Wenzel" zu Nauendorf. Vorsitzender: Pfarrer Koch
Wiederübernahme, durch Kauf von der TreuhandLiegenschafts-Gesellschaft TLG am 28. Juli, des Gutshofes von Herrn Claus von Krosigk.

1994
Raiffeisenbank Nauendorf zieht in den Neubau Hauptstr. 4 um.
Kommunalwahlen: es tritt eine neue Gemeindeordnung in Kraft, künftig sollen Großverwaltungen durch Verwaltungsgemeinschaften erfolgen. Bürgermeister werden ehrenamtlich. Der bisherige Amtsträger wird wieder bestätigt. Eine starke SPD-Ortsgruppe gewinnt 9 von 12 Mandaten.

1995
Einwohner: 1 734, 11 Geburten, 18 Sterbefälle.
Gewerbeanmeldungen: Alfons Große - Bley Straßen- und Tiefbau, Holger Rathmann - Holz- und Bautenschutz, Madl Ingenieurbüro GmbH.
20. März: Frau Ida Wilke aus Priester feierte ihren 100. Geburtstag.
3. Oktober, Verleihung des Ehrenbürgerrechts an Herrn Edgar Kunz (Kämmerer), wohnhaft in Marxzell/Pfaffenrot zum Festakt am Tag der Deutschen Einheit.
Genehmigung Bebauungsplan Merbitzer Siedlung Rosenstraße" mit 62 Häusern.
Von 96 Gemeindewohnungen wurden 64 pnivatisiert, davon 40 aus den zwei Wohnblöcken.
28. Juni, Großbrand im Hof Dorfstraße 2-4. Scheunenkomplexe in Länge von 70 m mit Stroh und Baustoffen fallen den Flammen zum Opfer.
15. November, im Ortsteil Priester, Dorfstr. 17a, kam ein Mann (Lutz Zygan) bei einem Hausbrand ums Leben. Das 300 Jahre alte Gebäude (ältestes Haus von Priester) wurde dabei völlig zerstört.
Vom Oktober bis März 1996: fast 6monatige Dauerfrostperiode erschweren Bau- und Landwirtschaft.

1996
Entwicklung der Bevölkerung: Einwohnerzahl zum 1. Januar gesamt 1 734, davon Nauendorf 928, Merbitz 579 und Priester 227. Geburten gesamt 2 und Sterbefälle gesamt 12.
Aufgrund der Geburtenrückgänge wurde im Oktober der Nauendorfer Kindergarten geschlossen. Die Kinder und das Personal wechselten in die nicht ausgelastete Kindereinrichtung nach Merbitz.
Im Schulgebäude (ehemalige Sekundarschule) wurde ein ehemaliger Klassenraum für Schülerspeisung, Schulaula und als Mehrzweckraum für Vereinsnutzung hergerichtet.
Errichtung von öffentlichen Spielplätzen in Nauendorf (Schulgelände), Merbitz (Rosenstraße) und Priester (Denkmalplatz).
Im Mai diesen Jahres wurde die Gaststätte "Zur Quelle" nach dreijähriger Schließung wieder eröffnet.
14. September, Ehrenabend anläßlich des lOOjähnigen Bestehens des Sportvereines FSV "Nauendorf 1896 e. V.".
Schließung der historischen Poststelle. Dafür Post- agentur ab 17. Dezember im Blumeneck-Patz.
Rückbau des zweiten Gleises der privatisierten Bahn AG, nachdem 1991 bereits der Rangierbetrieb eingestellt wurde.
12. Dezember, der Flächennutzungsplan der Gemeinde Nauendorf wird durch das Regierungspräsidium genehmigt. Die Gemeinde erreicht im regionalen Entwicklungsprogramm den Status "Siedlungsschwerpunkt".
Im Wohngebiet Rosenstraße" wurden 62 Häuser fertiggestellt.
Ausbau der Bundesstraße 6 an den Abzweigen Nauendorf und Neutz-Lettewitz.

1997
Winter 1996-1997 brachte über fünf Monate lang Fröste
Umbau- und Nutzungsänderung des ehemaligen Kindergartens Nauendorf, Bahnhofstraße 1 zu Gewerberäumen (Backshop, Herr Irmisch, AZV "Götschetal", und Planungsbüro ZABBEC.
Am 20. März feiert Ida Wilke aus Priester ihren 102. Geburtstag. Sie ist derzeit ältester Saalkreisbewohner.
1. April, Eröffnung eines Minishops von Frau Barbara Mittelbach in Priester.
7. April, das Nauendorfer Pfarrhaus wird verkauft. Die Kirchengemeinde wird von Domnitz durch Pfarrer Hartmann mit betreut, Vorsitzender Pfarrer Hartmann.
April, Schließung der Bahnhofgaststätte. Die Betreiben, das Ehepaar Hammer, übernehmen das Sportlerheim als Gaststätte.
12. April, Karate-Meisterschaften Veranstalter: Karate-Club Nauendorf, dieser besteht seit 16. Oktober 1993.
17. April, Nauendorf wird mit dem Ortskern in das Dorferneuerungsprogramm Sachsen-Anhalt aufgenommen.
Restaurierung der Gefallenendenkmale in Merbitz und Priester.
22. April, Neubesetzung der Freiwilligen Feuerwehr Nauendorf. Vorsitzende Jörg Naumann und Herbert Riedel.
Einwohnerstatistik, Stand 30. Juni: Nauendorf gesamt 961, davon 470 Männer und 491 Frauen; OT Merbitz gesamt 669, davon 318 Männer und 351 Frauen; OT Priester gesamt 220, davon 110 Männer und 110 Frauen. Insgesamt 1 850, davon 898 Männer und 952 Frauen. Die Gemeinde Nauendorf hat in ihrer Geschichte die höchste Einwohnerzahl erreicht.
Erstmals ist die Gemeinde Nauendorf gezwungen, Obdachlosen-Wohnungen einzurichten.
1. August, Fusion der Raiffeisen-Warengenossen schaft Nauendorf mit der BHG Handel mit Baustoffen GmbH Dessau, Niederlassung in Nauendorf, Niederlassungsleiterin Frau Gisela Krüger.
Ab November wird der Dorfteich Nauendorf mit Fördermitteln entschlammt und saniert. Von 451.300 DM werden 306.200 DM von der Europäischen Union, der Rest von der Gemeinde 145.100 DM getragen.
23. Oktober. Nach dreimonatiger Bauzeit ist die Erschließung des 1. Bauabschnittes im Wohngebiet Postplan" (Bebauungsplan Nr. 12) durch Firma Friedrich Vorwerk, Wert 950.000 DM abgeschlossen.
Im Wohngebiet Wallwitzer Straße (B-Plan 1) sind seit 1994, 32 Häuser neu errichtet. Damit wurden seit 1993 etwa 100 neue Eigenheime in Nauendorf mit Ortsteilen errichtet.